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“Menschen mit einer neuen Idee gelten so lange als Spinner, bis sich die Idee durchgesetzt hat.“
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Editorial

Die Industrieländer hängen am Öl
wie der Junkie an der Nadel.
Reinhard Loske

Nichts Neues unter der Sonne?!

Der Anteil erneuerbarer Energieträger an der Deckung des Energieverbrauchs ist weltweit zurück gegangen. Dies belegt eine Studie der Internationalen Energie-Agentur (IEA), die anlässlich der Energiekonferenz „renewables 2004“ Anfang Juni in Bonn vorgelegt wurde. Demnach kamen 2001 nur noch 5,5 Prozent der verbrauchten Energie in den westlichen Industrieländern aus Quellen wie Wind oder Erdwärme. Zwischen 1990 und 2001 war ihr Anteil in den IAE-Ländern (zu denen u.a. alle großen Wirtschaftsnationen des Westens gehören) zwar um jährlich 1,2 Prozent gestiegen; gleichzeitig legte aber der Gesamtverbrauch im Schnitt um 1,6 Prozent zu. Der Anteil erneuerbarer Energiequellen an der Stromerzeugung sank zwischen 1970 und 2001 laut IAE-Zahlen von 24,1 auf 15,1 Prozent.

Wer solche Zahlen liest, wird einigermaßen ernüchtert. Ein steiler und steiniger Weg liegt vor uns, wollen wir das Weltklima nicht weiter aufheizen und innerhalb kurzer Zeit ruinieren. Das verdeutlichen viele Beiträge in dieser Ausgabe von initiativ zum Thema „Erneuerbare Energien“ (s. Seiten 2-7).

Die „erneuerbaren“ sind nicht „neue“ Energien - auch wenn vielfach Sonne, Wind, Erdwärme oder Wasser gerne mit diesem Ausdruck belegt werden: Es handelt sich dabei um die ältesten und ursprünglichen Energieträger der Welt. Um so erstaunlicher und verheerender, dass wir Menschen bis heute nicht richtig gelernt haben, sie als solche effizient und flächendeckend zu nutzen. Der Begriff „fossile“ Energien klingt zwar sehr viel älter und in gewisser Weise - zum Glück! - auch ranziger als „erneuerbare“. Aber in Wirklichkeit sind Erdöl und Kohle als Energiequellen sehr viel jünger als die erneuerbaren Energieträger der Zukunft. Sollte es da nicht ein Leichtes sein, die „Fossilen“ auf Dauer einfach dort zu lassen, wohin sie gehören, nämlich in der Erde?

Die Antwort darauf hängt nicht zuletzt von uns allen ab. Zumal wir als VerbraucherInnen, AutofahrerInnen, Flugreisende etc. unsere Hausaufgaben noch nicht gemacht haben - durchaus im Unterschied zu Teilen der Wirtschaft und Industrie übrigens, wie im Anschluss an den Beitrag über GERMANWATCH nachzulesen ist.

Michael Steiner


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