Die Erd-Charta

Bittere Ironie der Evolution

Gegen den Willen seines Vaters stach 1831 ein 23-jähriger Brite in See. Angestachelt von den Berichten Humboldts und Herschels wollte er nun selber als Passagier auf der „HMS Beagle“ einen Beitrag zur Erforschung der Natur leisten. Das Jahr 2009 steht nun ganz im Zeichen dieses jungen Mannes und seines Lebenswerkes, für das auf dieser Weltreise der Grundstein gelegt wurde: Diese zweijährige „Zeitverschwendung“ führte dazu, dass Charles Darwin einer der bekanntesten Wissenschaftler aller Zeiten wurde.

Der junge Darwin beschreibt in seinem Buch „Die Reise eines Naturforschers um die Welt“ mit einer unglaublichen Faszination die Vielfalt an Kulturen und der Natur die sich auf der Reise um Südamerika vor seinen Augen auftut. Die enorme Artenvielfalt, auf die er stieß, hatte später, zurück in London, einen großen Einfluss auf seine Evolutionstheorie.

Doch was würde Darwin finden, wenn er heute, 200 Jahre nach seiner Geburt, diese Reise antreten würde? Einer der beein-druckendsten Orte seiner Reise waren sicherlich die Galapagos-Inseln vor Ecuador. Dort sind heute, vor allem durch den Einfluss der Menschen, die Hälfte aller einheimischen Tierarten und ein Fünftel aller Pflanzen bedroht.

Neben den Auswirkungen auf die Biodiversität sind natürlich auch die sozialen Folgen des Klimawandels katastrophal. Die Erd-Charta kann hier einen ganzheitlichen Lösungsansatz bieten, den sonst nur sehr wenige Dokumente berücksichtigen. Selbst ein so wichtiges Dokument wie die Erklärung der Menschenrechte kann kaum die Zerstörung der Natur anklagen, auch wenn dadurch Menschen in ihren Grundrechten eingeschränkt werden.

Es hat schon etwas Ironisches, dass gerade die Tiere, die Darwin zu seiner Evolutionstheorie inspirierten, nun zu Grunde gehen, weil sie sich den rapide wandelnden Lebensbedingungen nicht schnell genug anpassen können.

Es ist dringend notwendig, etwas zu tun, damit auch an Darwins 250. Geburtstag noch etwas von dem übrig sein wird, was den jungen Mann damals so überwältigte. Vielleicht braucht es dafür ähnlich engagierte junge Menschen wie den Studenten Darwin, die sich gegen alle Widerstände durchsetzen und sich auf eine Reise begeben, um ihre Träume zu erfüllen, und die dabei die Welt verändern...

Insa Lütge,
Jahrespraktikantin für die Erd-Charta Jugendarbeit der ÖIEW

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