„Manchmal träume ich davon, wir würden uns mit der gleichen Fantasie, der Begeisterung und dem Elan der Kinder um die Probleme und die Zukunft unserer Erde kümmern und uns nicht ständig von der scheinbaren Überzahl erwachsener Bedenkenträger aus dem Spiel werfen lassen.“
Diese Hoffnung formulierte Hermann Garritzmann als „Projekt-Koordinator Erd-Charta“ im Editorial der ersten Ausgabe der Erd-Charta Themen, die im September 2001 herauskam. Seitdem ist viel geschehen (siehe auch Seite 4-5): Zahlreiche Kongresse und Seminare haben die Ethik der Erd-Charta thematisiert; über vierzigtausend Erd-Charta Broschüren wurden vertrieben; mehrere Organisationen, kirchliche Institutionen sowie die Städte München und Heidelberg haben die Erd-Charta unterzeichnet. Außerdem ist es uns gelungen, die Erd-Charta in die staatlich anerkannte Lehrerfortbildung einzubringen.
Das alles stimmt hoffnungsvoll, reicht aber noch nicht aus, um den tiefgreifenden Bewusstseinswandel zu einem gerechten, nachhaltigen und friedlichen Lebensstil einzuleiten, den die Erd-Charta anstoßen möchte. Die weltweite Erd-Charta Initiative will mithelfen, den Übergang zu einer nachhaltigen Lebensweise zu beschleunigen und der entstehenden Weltgemeinschaft ein solides ethisches Fundament verleihen. Daher formuliert die Erd-Charta eine hoffnungsvolle Vision von Grundwerten, die von einer wachsenden Anzahl von Organisationen, Schulen, Religionsgemeinschaften, Unternehmen, Regierungen, und Einzelpersonen geteilt wird.
Es geht darum, die Erd-Charta als „Menschenrechtserklärung des 21. Jahrhunderts“ bekannt zu machen, sie in der Bildung für nachhaltige Entwicklung einzusetzen und in vielen kleinen und großen Schritten umzusetzen. Die langfristige Hoffnung ist, dass die Vereinten Nationen die Erd-Charta als internationales Leitbild für nachhaltige Entwicklung annehmen und ihre juristisch relevanten Prinzipien in verbindliches internationales Recht überführen.
Sechseinhalb Jahre nach dem Erscheinen der ersten Ausgabe der Erd-Charta Themen hat Hermann Garritzmanns Aufruf nichts an Aktualität und Inspirationskraft verloren: „Kommt, wir kümmern uns um die Probleme und die Zukunft dieser Erde – im Spiel und in Echt. Wir lassen uns begeistern und anstecken von den großen Visionen und gehen dann Tag für Tag die vielen kleinen mühsamen Schritte, stehen Rückschläge und Frustrationen durch. Diese Aufgabe einmal mit den Augen von Kindern zu sehen und zu entwerfen, kann auch neue Energie frei setzen.“
Michael Slaby
Koordinator des Erd-Charta Programms
für Religion und Nachhaltigkeit
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