Liebe Leserin, lieber Leser,
liebe Erd-Charta Interessierte!
In einer Grußbotschaft an den jährlichen orthodoxen Gebetsgottesdienst für die Vereinten Nationen hat UN-Generalsekretär Ban Ki-moon die Weltreligionen um Hilfe im Kampf gegen die globale Erderwärmung gebeten. Da der Aufruf die Kernanliegen des internationalen Erd-Charta Programms für Religion und Nachhaltigkeit ausdrückt, mit dem sich diese Ausgabe der Erd-Charta Themen schwerpunktmäßig beschäftigt, geben wir ihn hier in leicht gekürzter Übersetzung wieder:
„Heute Abend befinde ich mich im Herzen des Regenwaldes des Amazonas. Ich bin nach Lateinamerika gereist, um die Verwüstungen mit eigenen Augen zu sehen, die der globale Klimawandel schon jetzt angerichtet hat. Letzte Woche habe ich Punta Arenas, die südlichste Stadt Südamerikas, besucht. Punta Arenas liegt nahezu direkt unter dem Zentrum des berühmten „Ozonlochs“. Zu dieser Jahreszeit müssen Kinder rund um die Uhr Schutzkleidung gegen die Infrarotstrahlung der Sonne tragen. Es gibt Tage, an denen die Eltern ihre Kinder nicht draußen spielen lassen und sie nicht in die Schule schicken.
Die Antarktis war ein weiterer Bestandteil meiner Erkundungsmission. Die Ergebnisse der Wissenschaftler, die dieses gewaltige Gebiet untersuchen, belegen es glasklar: Der Kontinent schmilzt. Das Eis der Region King George Island, die ich besucht habe, beginnt abzubrechen. Bis jetzt rechnet niemand mit dem Schlimmsten, aber wenn das gesamte Eis der Antarktis schmelzen würde, würde der Anstieg der Meeresspiegel katastrophale Dimensionen annehmen.
Diese Entwicklungen zu verlangsamen und langfristig zurückzudrehen, ist die größte Herausforderung unserer Zeit. Dazu brauchen wir eure Unterstützung und eure Gebete. In der Tat sind ohne den tatkräftigen Beitrag der Religionen der Welt keine Erfolge im Kampf gegen den Klimawandel zu erwarten.
Liebe Frauen und Männer des Glaubens, ihr alle könnt helfen, Millionen von Menschen zu begeistern, besser auf unseren Planeten acht zu geben. Ihr könnt ihnen den Weg zu gesünderen, nachhaltigeren Lebensweisen aufzeigen. Ihr könnt sie dazu ermutigen, mehr zu bewahren und weniger Bedürfnisse zu haben. Und ihr könnt den von allen Religionen geteilten Grundsatz stärken, dass es unsere heilige Verpflichtung ist, den kommenden Generationen eine bessere Welt zu hinterlassen.“
Michael Slaby
Koordinator des Erd-Charta Programms
für Religion und Nachhaltigkeit
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