Editorial
Wenn du
in einer Gemeinschaft bist,
in der keine Liebe herrscht,
dann kannst du essen,
so viel du willst,
du wirst an Gewicht verlieren.
(aus Zentralafrika)
Solidarisch wirtschaften
Hin und wieder kommt in unserer Geschäftsstelle Post an für die „Ökonomische Initiative Eine Welt“. Ein Flüchtigkeitsfehler? Unwissenheit? Oder vielleicht doch irgendwo auch Konsequenz eines Denkens in Kategorien, die derzeit in unserer Gesellschaft und Welt vorherrschen und - so scheint es manchmal - sich immer massiver als alternativlos behaupten: Alles muss „sich rechnen“, alles soll einen bezifferbaren (um nicht zu sagen be“zahl“baren) Wert haben, alles einem materiellen Zweck dienen.
Wer einige der „Blickpunkt“-Themen der letzten Jahre von initiativ Revue passieren lässt, kann vielleicht den Eindruck gewinnen, ökonomische (wenn auch ökonomie-kritische) Inhalte bestimmten unsere Initiative: „reich macht arm“, „Privat oder öffentlich?“, „Ökonomie und Lebensstil“, „Cross-Border-Leasing“ und nun „Solidarisch wirtschaften“. Lassen wir uns unsere Themen vom Zeitgeist diktieren? Gehen wir der Wirtschaft auf den Leim, die ihre Fragen und ihr Denken durch alle Ritzen bis in die entferntesten und auch kritischen Ecken unserer Gesellschaft drückt?
Im Gegenteil, denken wir: Wenn die Analyse stimmt, dass die Ökonomie zum (fast) alles beherrschenden Faktor unseres öffentlichen Lebens geworden ist (weitaus mehr jedenfalls als Politik und Religion z.B.), dann liegt dort vermutlich auch der wirksamste Hebel, vielleicht gar der Schlüssel zur Veränderung. In diesem Sinne stellen wir in dieser Ausgabe mit dem Ansatz der „Solidarischen Ökonomie“ eine Alternative zur Diskussion, die - in der Theorie wie in der Praxis - hierzulande noch viel weniger bekannt und beachtet ist als in anderen Teilen der Welt.
Ob und in welchem Maße wir mit unserer Themenwahl und überhaupt mit initiativ (Aufbau, Umfang etc.) Ihre Wünsche und Bedürfnisse als LeserInnen treffen, möchten wir gerne mit Hilfe des beiliegenden Fragebogens erfahren. Wir bitten Sie herzlich, sich dafür zehn Minuten Zeit zu nehmen und ihn uns bis Mitte März zurück zu senden. Das kann uns sehr dabei helfen, initiativ für Sie (noch) interessanter und besser lesbar zu machen. Vielen Dank!
Michael Steiner
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