„Für mich war es schon bewegend und aufregend, mich als Teil einer internationalen Bewegung zu erleben und plötzlich vielen Menschen zu begegnen, von denen ich vorher nur Publikationen oder die Namen gelesen hatte.“ Diese Worte schrieb Hermann Garritzmann nach seiner Rückkehr von der Erd-Charta + 5 Konferenz, mit der im November 2005 der fünfte „Geburtstag“ der Erd-Charta im königlichen Tropeninstitut in Amsterdam gefeiert worden war. Fünf Jahre, die Hermann Garritzmann entscheidend geprägt hat. Fünf Jahre, in denen er auf unzähligen Seminaren, Kongressen, Workshops und Konferenzen die Erd-Charta als eine inspirierende Vision grundlegender ethischer Prinzipien für eine nachhaltige Entwicklung bekannt gemacht hat.
Nicht nur die deutsche Erd-Charta-Bewegung ist über seinen plötzlichen Tod am 10. Februar 2006 schockiert. Auch aus der internationalen Erd-Charta-Initiative erreichten uns zahlreiche Bekundungen der Anteilnahme, des Mitfühlens mit seiner Familie, seinen Kindern und seinen Freunden, aber auch der Solidarität mit seiner Arbeit, mit den Zielen, für die er sich einsetzte und mit dem Erbe, das er hinterlässt. Guillem Ramis, Leiter des Projektes „Vivim Plegats“ („Zusammen Leben“), in dessen Rahmen mehrere Versionen der Erd-Charta für Kinder und Jugendliche an verschiedenen Schulen auf Mallorca entwickelt wurden, drückt diese Solidarität mit folgenden Worten aus:
„Ich war tief beeindruckt, als ich Hermann Garritzmann letzten November in Amsterdam kennen lernte. Lasst uns daran denken, dass das, wofür er sich einsetzte, einen tiefen Sinn hat, einen Sinn, den wir hochhalten müssen. Aus meinem Fenster schaue ich gerade auf einen Mandelbaum, der in voller Blüte steht und mit seiner weißen Pracht den kommenden Frühling ankündigt – ein Zeichen für den Kreislauf des Lebens.“
Die Trauer um Hermanns Dahinscheiden darf nicht dazu führen, im Engagement für die Ziele der Erd-Charta nachzulassen. Im Gegenteil gilt es jetzt umso mehr, seine Arbeit fortzusetzen, damit die Samen, die er durch sein unermüdliches Wirken gepflanzt hat, zu Blüten werden und Früchte tragen können. Deshalb suchen wir nach Personen, die bereit sind, Referenten-Anfragen und Vorträge zur Erd-Charta zu übernehmen. Gerade in den kommenden Monaten ist es wichtig, die Arbeit, die er hinterlässt, auf mehrere Schultern zu verteilen.
Auf seiner Beerdigung wurde ein Lied gesungen, das mich tief berührt hat, da es Hermanns Vermächtnis treffend ausdrückt: „Wenn einer alleine träumt, ist es nur ein Traum. Wenn viele gemeinsam träumen, so ist es der Beginn einer neuen Wirklichkeit. Träumen wir den Traum!“ - Träumen wir den Traum!
Michael Slaby
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