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“Wir müssen die Veränderung sein, die wir in der Welt sehen wollen.“
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Das ist das Wichtigste,
das ist aber auch
das Schwierigste
auf der Welt:
Macht zu haben,
ohne Gewalt anzuwenden.
Astrid Lindgren

Ist Rot-Grün gescheitert?

Eine denkwürdige Bundestagswahl liegt hinter uns - denkwürdig von ihrer Anbahnung (durch das Misstrauen, das der bisherige Bundeskanzler „seinen“ Parlaments-Fraktionen gegenüber letztlich deutlicher aussprach als diese dann in einem zweiten Schritt ihm) bis hin zu dem eindeutig mehrdeutigen Wahlergebnis des 18. September. Am Tag danach, an dem diese Ausgabe von initiativ in Druck geht, ist vieles unklar - oder (um es positiv auszudrücken) bleibt es spannend, vielleicht spannender als (je?) zuvor. Klar ist nur, dass Rot-Grün nicht wiedergewählt wurde und es für Schwarz-Gelb überraschend deutlich nicht reicht.

Ersteres - da musste man kein Propeht sein - war absehbar, seit die Neuwahlen angekündigt waren. Anlass genug für die Redaktion von initiativ, für diese Ausgabe, deren Erscheinungstermin kurz nach der Wahl liegt, die Frage in den Blickpunkt zu rücken, ob Rot-Grün gescheitert ist. Denn viele aus der Ökumenischen Ini-tiative Eine Welt (ÖIEW) und aus ihrem Umfeld hatten in den vergangenen Jahren große Hoffnungen in diese Regierung gesetzt. Sind diese Hoffnungen nun enttäuscht worden oder erfüllt?

Diese Frage ist offenbar nicht eindeutig zu beantworten, wie das Wahlergebnis zeigt. Sie ist es nicht einmal für eine so überschaubare Ini-tiative wie die ÖIEW. Zu unterschiedlich sind auch hier die persönlichen Prioritäten, Präferenzen und Meinungen. Dass unser Leitartikel - ein Gastbeitrag von Prof. Arno Klönne - hier untypisch deutlich ausfällt, will die WählerInnen von SPD und Grünen (die in der ÖIEW immer noch in der Mehrheit sein dürften) weder verprellen noch zum Zorn reizen, sondern zum begründeten Widerspruch.

Wir wollen mit diesem Blickpunkt-Thema von initiativ zum Beobachten und Nach-Denken anregen, was von Rot-Grün bleibt. Und damit auch zum Vor-Denken dessen, was Deutschland jetzt braucht, wo die alten Koalitions-Konstellationen hüben wie drüben offenbar ausgedient haben, zumindest vorübergehend. Vielleicht kann manche/n dieses Heft, das in den Wochen vor der Wahl entstanden ist, dazu genauso anregen wie die Kommentare und Analysen, die uns nun in der Zeit danach ins Haus stehen.

Michael Steiner


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